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Münchens beste Biersorten – Teil 2


Lesezeit: 8 Minuten

Hier der heiß ersehnte zweite Teil der vierteiligen Serie über die beliebtesten Biere in Minga.

Nachdem im ersten Teil über Helles geschrieben wurde, setzt sich der zweite Teil dieser alles zerberstenden Artikelserie mit Weißbier auseinander. Weißbier ist ein Sinnbild für Tradition und Gemütlichkeit. Meines Wissens nach ist Weißbier eine (süd)deutsche Spezialität und passt perfekt zu einer zünftigen Brotzeit im Biergarten. Es ist auch eher was für Genießer und wird eigentlich nie „auf Wirkung“ getrunken. Die enthaltene Hefe bringt sonst schnell die Verdauung durcheinander.

In Maßen genossen hat die Hefe im Weißbier, neben dem einzigartigen und köstlichen Geschmack auch noch einige gesundheitsfördernde Wirkungen: Neben der positiven Wirkung auf die Verdauung macht die Hefe auch eine reinere Haut. Saufen für die Gesundheit, so handhabe ich es seit Jahren!

Paulaner Weißbier

Natürlich naturtrüb. Kristallweizen ist eine Erfindung Satans.

Paulaner ist das wohl international bekannteste Bier aus München, wird weltweit verkauft und von den meisten Ausländern wohl als erstes mit „Bavaria“ assoziiert. Dies liegt an der bekannten Biergarten-Werbung im Kino und Fernsehen, bei dem ausländische Besucher wie Inder oder Japaner im Biergarten bei einem feschen Madl im Dirndl ein Paulaner bestellen.


Selbst im fernen China wird Paulaner getrunken.

Geschichte

Das Bier hat seinem Namen vom Mönchsorden der Paulaner, der schon seit 1634 Bier braut- wie die meisten deutschen Biere blickt also auch Paulaner auf eine Tradition zurück, die mehrere hundert Jahre alt ist. Paulaner braut insgesamt 16 verschiedene Biersorten, von denen das trübe Weisse sicherlich das populärste ist.

Geschmack

Was bei jedem Weißbier auffällt, ist der charakteristische Geruch. Weißbier muss man langsam in die speziellen Weißbiergläser einschenken, damit es nicht sofort überschäumt. Oben im Glas bildet sich beim Paulaner eine grobporige Schaumkrone, was den Trinkgenuss aber nicht im Mindesten stört. Der Geschmack von Paulaner ist erfrischend und süffig aber im Schnitt für ein Weißbier leicht herb. Am besten lässt sich der Geschmack mit dem bayrischen Wort „deftig“ beschreiben. Am besten genießt man das Paulaner, wie jedes Weißbier, zum Essen.

Design

Paulaner kommt in der typischen hohen Braunglas-Bierflasche. Unter dem Paulanerlogo ist ein gezeichnetes Bild von urigen Leuten, welche in einem sonnigen Biergarten zufrieden ihr Paulaner trinken. Das Logo ist ein Mönchskopf im Profil, unter welchem der weiße Paulaner Schriftzug auf blauem Grund steht.

Franziskaner Weißbier

Das zweite, überregional bekannte Weißbier neben dem schon getesteten Paulaner. Es ist relativ teuer, ist aber vom Geschmack, Design und Inhaltsstoffen her auch absolut im Premiumbereich anzusiedeln. Franziskaner kann man auch bedenkenlos in einer Rooftop-Bar in einem Wolkenkratzer in Tokio trinken.

Geschichte

Schon 1363 brauten die namensgebenden Mönche in der Nähe von München Bier. Und schon 1872 wurde im Schottenhamelzelt das erste Oktoberfestbier aus der Franziskaner-Brauerei ausgeschenkt. 1922 fusioniert die Franziskaner-Brauerei mit der Spaten-Brauerei, um die harte Zeit nach dem ersten Weltkrieg zu überleben. Das charakteristische Bild (siehe Design) wurde 1935 von einem Münchner Künstler entworfen. Erst seit 1984 wird Franziskaner international vertrieben, seit 2003 werden mehr als 1  Million Hektoliter im Jahr verkauft.

Geschmack

Franziskaner enthält viel Weizenmalz, deshalb schmeckt es vollmundig und frisch. Die Hefe schmeckt man mild heraus, das Bier schmeckt auf keinen Fall faulig. Man kann sagen der Geschmack liegt in der „goldenen Mitte“, es ist also keinesfalls ein Bier nur für Liebhaber.

Design

Die Flasche sieht sehr edel aus, es ist vom Design her das edelste Bier das ich kenne. Die braune Glasflasche hat 2 Etiketten in Gold mit dem Franziskaner-Logo. Das obere Etikett ist am Flaschenhals und erzeugt so irgendwie etwas „Premium-haftes“. Das untere, große Etikett zeigt auffallend groß das Logo: Ein dicker, gemütlicher Mönch in einer Kutte und Brauschürze, der versonnen in seinem Steinkrug schaut. Der Mönch mutet in sich ruhend und zufrieden an, man denkt sich also sofort: „Wenn ich dieses Bier trinke habe ich auch Glücksgefühle und erlebe einen schönen, ruhigen Moment“.

Hacker-Pschorr Weißbier

International nicht so bekannt wie Paulaner oder Franziskaner, dafür im München wahrscheinlich öfter getrunken- auf der Wiesn, im Gasthaus oder im Biergarten.

Geschichte

Hacker-Pschorr kommt aus München, und zwar aus der Hackergasse. Erstmals 1417 wird die Brauerei urkundlich erwähnt. Die Brauerei ist auch bei der Wiesn mit einem Zelt vertreten. Die Brauerei tritt sehr heimatverbunden auf und unterstützt in Südbayern viele Vereine. Sie ist also regionaler aufgestellt als Franziskaner oder Erdinger.

Geschmack

Der Schaum ist relativ fest und hält sich lage. Typisch für ein naturtrübes Bier ist die bernsteinartige Farbe. Das Hacker-Pschorr- Weißbier schmeckt sehr harmonisch und wirkt weniger überladen als andere Weizen. Das Bier ist weniger spritzig als andere, aber durch weniger Kohlensäure auch bekömmlicher.

Design

Es gibt 2 Flaschen: die normale braune Bierflasche und eine Flasche mit Bügelverschluss.

Das Logo-Design ist gleich: Oben  zwei Wappen: ein P in einem Stern für Pschorr und zwei gekreuzte Äxte für Hacker. Darunter ein Ölportrait vom Brauer Georg Pschorr und die Jahreszahlen seines Lebens, von 1798-1867.

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