Hallo Leute!
Ja, ich ziehe das Experiment immer noch durch. Krank, ich weiß ;)
Mittlerweile haben wir den 12. Tage und es haben sich ein paar neue Erkentnisse, Ideen, hilfreiche Tipps und weitere Erklärungen gesammelt, die ich hier mal festhalten möchte.
Mehr Details zu den 20min-Naps
Im Zeitplan des Polyphasenschlafes bin ich immer 3:40h wach, dann schlafe ich 20min. Ich habe mir angewöhnt, meinen Wecker immer auf 3:30h zu stellen, damit ich (je nachdem was ich gerade tue) mich schon darauf vorbereiten kann, mich vielleicht schon mal ins Bett lege und mich vorher schon entspanne. Ich benötige also eher 6 x 30min (nochmal aufs Klo gehen, Laptop aus machen, Licht verdunkeln, ins Bett gehen, Wecker stellen). Für den reinen Schlaf brauche ich nur 20min, meistens sogar nur 15min. Eigentlich ziemlich cool 8-) Meisten brauche ich 5-10min um einzuschlafen. Am Tag ist es meisten schwierig bei den Naps einzuschlafen, in der Nacht ist das größte Problem, nach den 20min aufzustehen. Wenn ich einen “guten Nap” hatte, d.h. ich bin schnell eingeschlafen und habe was geträumt, dann bin ich immer schon nach so 15min aufgewacht und habe mich fit gefühlt.
Das Einhalten der Schlaf- Wach-Zeiten
Am Wochenende hatte ich eine Veranstaltung, da fiel es mir schwer, die Zeiten exakt einzuhalten. Oft musste ich den Nap um eine Stunde verschieben, einmal habe ich auch einen Nap übersprungen. Das war nicht weiter tragisch, allerdings habe ich am Abend/Nachts die fehlende Schlafzeit deutlich zu spüren bekommen und war deutlich erschöpfter, wie wenn ich mich strikt an die Zeiten gehalten hätte. Ich denke, die ersten Wochen ist es wichtig, die Zeiten so gut und genau es geht einzuhalten. Einige haben schon geschrieben, dass diese Version des Polyphasenschlafs sehr unflexibel ist, weil man sich immer genau an die Zeiten halten soll. Da mache ich die Erfahrung, dass ein leichtes Abweichen, keine großen Probleme darstellt. Klar, in der Eingewöhnungsphase hat es größere Auswirkungen. Nach einem halben Jahr wird es nicht tragisch sein, wenn die Zeiten von der Vorgaben abweichen.
Tipps, um sich den Polyphasenschlaf leichter anzugewöhnen
- Bei den Naops (vor allem Nachts) nie das Licht komplett ausmachen, sondern nur abdunkeln. Beim Aufwachen war ich oft neben der Spur, wenn dann auch noch das Zimmer komplett dunkel ist, verwirrte es mich nicht nur, es vergrößerte auch die Versuchung, einfach liegen zu bleiben.
- Vor der Schlafphase immer 5min hinlegen und entspannen.
- Den Wecker IMMER – wirklich IMMER ans andere Ende des Raumes stellen. Bei Schlafmangel kann man seinem Körper nicht mehr trauen, glaub mir. Manche Blogger schreiben, dass sie mehrere Wecker im Raum verteilen. Das finde ich etwas übertrieben, aber wenns hilft…
- Die Intention “Neugier” ist eine bessere als “Produktiver sein”. Es dauert seine Zeit, bis man die zusätzliche Zeit auch produktiv nutzen kann; darauf sollte man sich einstellen, sonst könnte es schnell zur Enttäuschung kommen.
Kritische Einwände, die ich in letzter Zeit gehört habe
Wieso schläfst Du nur 20min? Wieso nicht 40min? Dann würdest Du fitter sein und danach kannst Du die 40min ja immer noch Schritt für Schritt auf 20min reduzieren.
Klingt sinnvoll, ist es aber nicht. Mehr Schlaf bedeutet nicht mehr Energie. Beim Schlaf gehts viel mehr um die Qualität als die Quantität. Letztendlich “schadet” es sogar: Wenn ich länger als 20min schlafe, komme ich automatisch in den Tiefschlaf. Im Tiefschlaf ist es viel schwerer geweckt zu werden, außerdem ist man dann komplett verpennt und müde. Die 20min sind optimal: Man kommt in die REM-Phase, das Gehirn erhohlt sich und bevor der Körper in die Tiefschlafphase geht, klingelt der Wecker.
Polyphasenschlaf kann nicht gesund sein
Ich kenne keine Studien, die behaupten, dass es ungesund ist. Babys sind Polyphasenschläfer und adaptieren dann im Laufe der Zeit den Monophasenschlafrhythmus. Und ich selbst höre auf meinen Körper und der sagt mir: Alles in Ordnung. Zu Beginn des Experiments hatte ich immer wieder Kopfschmerzen (schon morgens um 8 Uhr des ersten Tages) und war die erste Woche leicht verschnupft. Die Umstellung hat meiner Genesung sicher nicht gedient, aber mittlerweile bin ich gesundheitlich, körperlich und mental bei 9/10. Wenn ich bei einem Nap nach wenigen Minuten einschlafe und träume, bin ich bisher immer nach 15-20min aufgewacht und hab ich erfrischt und gut gefühlt. Bisher gibt es also keinerlei Anzeichen dafür, dass Polyphasenschlaf ungesund ist.
20min schlafen, wenn ich nicht zuhause bin
Da scheint auch ein Problem zu sein. Ich hatte mittlerweile auch schon einige Situationen, vor allem letztes Wochenende. Ich habe seit Beginn des Experiments in einem Hotelzimmer, in der Uni und bei einem Freund gepennt. Oft habe ich das Nickerchen auch einfach etwas verzögert und mich hingelegt, sobald ich wieder zuhause war. Sind doch nur 20min, in der Regel findet sich da was. Ich habe meistens meine Schlafbrille und 2 Oropax dabei, dann geht das. Es ist nicht optimal, aber es sind ja auch nur 20 Minuten. Mit etwas Einfallsreichtum findet sich immer was. Sollte ich, wenn die Uni beginnt, eine Übung haben, die mich an dem Nap hindert, werde ich wahrscheinlich einfach mit dem Dozenten reden, ihm alles erklären und ihn dann bitten, ob ich die 20min bekomme. Ich habe ja genug Zeit, den Stoff, den ich in den 20min verpasst habe, nachzuholen :)
Weniger Schlaf bedeutet weniger Energie
Auch falsch. Klar, in der ersten Woche waren wir alle komplett am Ende. Dann ging es aber bergauf und mittlerweile bin ich bei 9/10. Tendenz steigend. Steve Pavlina schreibt sogar:
With sleep deprivation you’re depriving yourself of crucial REM sleep, but with polyphasic sleep you’ve conditioned your body to experience abundant REM sleep in a highly efficient manner. Energy will drop like a rock during the initial adaptation period, but afterwards it seems common to experience even higher energy and alertness than ever before. Today [beim ihm Tag 6] I’ve been feeling incredible, better than I’d normally feel on a monophasic sleep schedule. I’m wide awake, refreshed, alert, and full of energy and enthusiasm. I can certainly get used to this peak state becoming the everyday norm. Now I feel it would be a big sacrifice to go back to monophasic sleep. How would you feel about slashing 30-40 hours/week out of your life and dropping your energy and alertness a bit? I realize you may have been conditioned to believe that more sleep = more energy. But it’s simply not true. Let it go.
So komplett toll wie er fühle ich mich jetzt noch nicht, aber seit den harten Anfangstagen geht es nur noch bergauf :)
Ich halte euch auf dem Laufenden.
Felix
__________________________________________________________________________________________________________________________
ÜBERSICHT:
Das Polyphasenschlaf-Experiment: Übersicht und Erklärung: Die Theorie und Planung des Experiments
Das Polyphasenschlaf-Experiment: Tag 1: Das Experiment startet
Das Polyphasenschlaf-Experiment: Tag 2 Am Morgen: Die ersten Probleme treten auf + Ablenkungsaktionen
Das Polyphasenschlaf-Experiment: Tag 2 Am Abend: Wir halten weiter durch
Das Polyphasenschlaf-Experiment: Tag 3 am Morgen: 48 Stunden wach dank extra Naps
Das Polyphasenschlaf-Experiment: Tag 4 am Morgen: Wichtige Erkentnisse + Chris ist raus
Das Polyphasenschlaf-Experiment: Tag 5 am Mittag: Wichtige Erkentnisse + Niklas hört auf
Das Polyphasenschlaf-Experiment: Tag in der Nacht: Es scheint zu funktionieren!
Das Polyphasenschlaf-Experiment: Tag 12 Zwischenfazit: Weitere wichtige Erkentnisse und Einwände/Skepsis von Bekannten/Freunden
Das Polyphasenschlaf-Experiment: Tag 21: Es gibt einige Rückschläge – jetzt erst recht!
Das Polyphasenschlaf-Experiment: Tag 49: Das finale Fazit
__________________________________________________________________________________________________________________________
Das könnte Dich auch interessieren:










Danke für den Beitrag, sind paar gute Infos drin! Ich wag zum 1.4, auch mal den Sprung :)
Grüße aus der Schellingstr,
Stefan
Alter Falter, ich würde sterben ohne genügend Schönheitsschlaf! :-) Respect!